DPI, PPI & co …hier die Auflösung

Fast täglich ließt man in den Foren und Facebookgruppen Beiträge, wo es um die Begriffe DPI, PPI und Auflösung geht. In den meisten Fällen ist den Fotografen nicht klar, wofür welcher Begriff steht, was er aussagt und wie man ihn in der (digitalen) Fotografie benutzt. Ich versuche in diesem Beitrag mal etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

DPI …oder doch besser PPI?

Fangen wir zunächst mit den Begriffen DPI und PPI an. Der Begriff DPI (=Dots per Inch; also: Druckpunkte pro Inch [1 Zoll=2,54cm] ) stammt ursprünglich aus dem Druck und gibt an, mit welcher Druckauflösung – also mit wie vielen Druckpunkten pro Inch etwas gedruckt werden kann, also der Feinheit der Druckdüsenausgabe. Dieser Wert wird irreführend und eigentlich falsch in der (digitalen) Fotografie verwendet, denn richtig ist der Wert PPI (=Pixel per Inch [1 PPI = 1 Pixel pro Zoll]). Die PPI bestimmen nur die Ausgabegröße in Abhängigkeit von der Auflösung (des Digitalbildes) in Pixeln. Daraus resultiert ein rein rechnerischer Verhältniswert.

Szenario 1: Wir kennen Auflösung und Druckgröße

In der Praxis spielt der Wert der PPI eigentlich eine untergeordnete Rolle, denn in den meisten Fällen ist klar wie groß das Foto gedruckt werden soll (z.B. 50x75cm) und wie groß die Auflösung des Bildes ist (z.B. 6000×4000 Pixel). Aus diesen beiden Werten errechnet sich dann die tatsächliche Dichte an Pixeln pro Zoll, in der das Bild (theoretisch) gedruckt werden kann. Lediglich der Druckanbieter kann diesen Wert unterschreiten.

Beispiel: Ein Bild mit einer Auflösung von 6000×4000 Pixeln, also 24 Megapixel.

Es gilt: 1 PPI = 1 Pixel pro Zoll      (1 Zoll = 2,54cm)

Mit der Rechnung [PIXEL * 2,54 / DRUCK_IN_CM = PPI], also exemplarisch [6000 * 2,54 / 15 cm = 1016 PPI] lässt sich die PPI errechnen und es ergibt sich daraus:

10×15 cm = 1016 PPI

20×30 cm = 508 PPI

33,9×50,8 cm = 300 PPI

60×90 cm = 169 PPI

In der Praxis ergibt dieser Wert jedoch nur die maximal mögliche Druckauflösung. In der Regel können Druckdienste zwischen 150 DPI und 400 DPI drucken. Aber dieser Wert gibt einen Anhaltspunkt, welche Bildauflösung für welches Bildausgabeformat sinnvoll ist. Aus diesem Grund gibt es z.B. auch bei vielen Druckanbietern das Ampelsystem zur Anzeige, ob ein Bild genügend Qualität hat. Er errechnet eben genau die Druckauflösung und sagt, ob diese ausreichend ist.

Szenario 2: Wir kennen PPI und Druckgröße

Ein etwas praxisfernerer Ansatz – und dennoch wichtig in einigen Situationen – ist es, wenn wir wissen in welcher Druckauflösung der Anbieter druckt (z.B. mit 300 DPI) und wir zu dem auch noch wissen, wie groß unser Bild werden soll. Nehmen wir an, wir wollen 30x20cm. Dann können wir im Export von Lightroom von der Software errechnen lassen, mit welcher Auflösung das Bild an den Druckanbieter übergeben wird, damit diese Werte stimmen. Dazu können wir im Exportdialog z.B. die Ausgabegröße in cm wählen und unsere Größe eintragen. Zudem geben wir dann nur noch die gewünschte Druckauflösung an und erhalten eine Bilddatei mit exakt den geforderten Pixelmaßen, die wir benötigen.

Auflösung durch Eingabe der Druckgröße und PPI

Auflösung durch Eingabe der Druckgröße und PPI

Insgesamt erhalten wir in der Größe und Druckauflösung ein Bild exportiert mit 3542×2362 Pixeln. Wer kurz nachrechnet stellt fest, dass es tatsächlich stimmt (3542 * 2,54 / 30cm = 300 PPI).

Szenario 3: Wir kennen Auflösung und PPI

Dieses Szenario spielt eine Rolle, wenn wir die Bildauflösung (z.B. 6000×4000 Pixel) kennen und dazu noch die PPI des Anbieters (z.B. 300 DPI). Dann können wir ebenfalls errechnen, mit welcher maximalen Druckgröße wir das Bild drucken können in dieser Druckauflösung. Heißt wieder konkret: Wir haben 6000 Pixel Kantenlänge, die wir mit 300 PPI drucken lassen wollen, dann ergibt sich daraus:

[6000 Pixel * 2,54 / 300 PPI = 50,8 cm]

UND

[4000 Pixel * 2,54 / 300 PPI = 33,87 cm].

Also erreichen wir damit maximal ein Druckbild mit den Maßen 50,8×33,87 cm.

Abschließend sollte einem mit den drei Szenarien nun klar sein, dass:

  • DPI = PPI nur bedingt gilt
  • Auflösung, PPI und Druckgröße einander im Zusammenhang stehen
  • alle drei Werte lassen sich mit der Formel gegenseitig errechnen
  • nicht immer alle drei Werte interessant sind
  • die Werte zu einander passen müssen in Bezug zu den Vorgaben des Druckanbieters

PPI/DPI allein sagen noch nichts über die Qualität eines Bildes aus. Hier spielen ebenfalls Schärfe, Rauschen und andere Größen eine wesentliche Rolle.

Ich hoffe dir hat der Beitrag etwas mehr Licht in das Wirrwar gebracht und du verstehst die Zusammenhänge der drei Größen etwas besser. Der Beitrag darf gern geteilt und kommentiert werden.

Viele Grüße,
Andreas

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