Fotobooth selber bauen

Einen Fotobooth selber bauen – kein Problem! Und das in wenigen Schritten und mit nur kleinen Kosten!

Im Laufe der letzten Jahre habe ich mehrfach in der Situation gesteckt, auf einer Party / Hochzeit einen Fotobooth / eine Fotobox aufbauen zu wollen und auch zu sollen – und zwar mit den Mitteln die ich habe, ohne für viel Geld Material zu kaufen oder eine fertige Box teuer zu mieten. Ich gebe zu, dieser Weg wäre der einfachste, hat aber auch Nachteile. Fertige Fotoboxen haben meist eine geringe Qualität des Bildmaterials und sind komplett fix montiert, d.h. ich kann mir die Brennweite oder den Blitz einfach nicht mehr auf meine Bedürfnisse einstellen bzw. im Winkel verändern. Da das Platzangebot aber immer verschieden ist, ist genau dies oft gewünscht. Zu dem sind sie sehr teuer und drucken Bilder zu meist direkt aus (in meist schlechter Qualität und nicht gerade umweltfreundlich und bedacht). Für einen eigenen Fotobooth braucht es etwas „Entwicklungszeit“ und wer es chic verpackt möchte, muss anschließend noch eine „Hülle“ bauen. In meinem Fall steht die Funktionalität über der Optik – ich brauche den Booth aber auch maximal einmal im Jahr. Was wir genau dafür brauchen und welche Möglichkeiten sich bieten, dazu jetzt mehr. Ich beschreibe den Aufbau aus Sicht meines Equipments und entsprechend meiner Erfahrungen, jedoch funktioniert das alles sehr ähnlich mit anderen Kameramodellen oder Konfigurationen. Einfach mal schauen, wie die einzelnen Teile für euer Modell heißen und was ihr so vor Ort habt.

Was benötigen wir?

  1. Eine normale Spiegelreflexkamera oder mindestens eine Kamera mit Möglichkeit zum Selbstauslösen und einem externen Blitz – in meinem Fall eine Canon EOS 600D mit einem Sigma 17-70 2.8-4.0
  2. Ein externer Aufsteckblitz – in meinem Fall ein Yongnuo 560 III
  3. ein Paar Funkauslöser – in meinem Fall Yongnuo RF603C II
  4. optional einen Blitzcontroller oder einen weiteren Funkauslöser – in meinem Fall der Yongnuo YN 560 TX II
  5. Ein Tablet mit einer App für Fotobooth/Fotosteuerung (gibt es einige kostenfreie) oder ein Laptop – in meinem Fall ist es mittlerweile ein Laptop mit der Canon EOS Utilitys Software (gibt die Kamerafunktionen am Laptop frei) und der Freeware FreeBooth für die Fotobooth-Funktionen (später mehr)
  6. Ein längeres USB-MiniUSB-Kabel zwischen Kamera und Laptop/Tablet
  7. Darüber hinaus wäre es wünschenswert, aber kein Muss, ein Stativ für Kamera und Blitz zu benutzen (sollte sowieso in jedem Haushalt sein), auf dem Blitz einen Lichtformer (Softbox, Reflexschirm, Durchlichtschirm, …) aufzuziehen und als Hintergrund ein Hintergrundsystem zu benutzen (ist einfach super vielseitig und praktisch … siehe auch den Beitrag dazu)

Insgesamt klingt das benötigte Material schon recht viel, ich denke aber, dass zumindest die meisten Hobby-Fotografen das meiste davon besitzen. Ich bin sicher, dass man mit etwas Kreativität auch einige der Dinge anders lösen kann oder nicht benötigt. Dieser Beitrag soll lediglich eine Möglichkeit, die gut funktioniert, aufzeigen. Das komplette Thema Hintergrund habe ich die ersten Male auch einfach durch etwas Stoff oder Deko gelöst. Ebenso kann man den Blitz auch auf die Kamera direkt setzen und keinen Lichtformer verwenden. Da könnt ihr euch austoben und mit der Zeit auch erweitern.

Der Aufbau

Auch an dieser Stelle gehe ich auf meinen Aufbau und meine Einstellungen ein. Sicherlich funktioniert hier vieles andere ebenso. Nur ganz kurz: Ich verwende mittlerweile ein Notebook statt einem Tablet, da die Freeware die ich gefunden habe sehr viel schöner und professioneller funktioniert, die Gäste nicht mehr aus der Software ohne Passwort in andere Bereiche kommen auf dem Gerät und sie ihre Lieblingsbilder direkt in eine Mailingliste eintragen können und diese direkt – sobald ich Internet habe – per Mail zugesendet bekommen.

Fotobooth Fotobox

In der Regel ist eine Fläche von 3x3m optimal, denn in der Regel werden die Gästegruppen im Laufe des Abends größer, die auf die Bilder wollen – das heißt wir brauchen in der Breite Platz, damit alle drauf passen und in der Tiefe Platz damit niemand etwas umschmeißt.

Zunächst stellt man einfach seine Kamera auf das Stativ und stellt ungefähr eine Brennweite von 25mm bis 35mm ein. Zu bedenken ist dabei nur, dass möglichst nur der „schöne“ Hintergrund zu sehen ist und das man in der Regel auch „nur“ den Oberkörper aufnehmen möchte – aber eben auch diesen. Also Kamera auch so einstellen, dass sowohl 2m Männer und auch Kinder zu sehen sind (nicht so einfach wie man zunächst denkt wenn der Platz begrenzt ist). Haben wir das geschafft stellen wir die Kamera einfach mal auf ISO 200 (mehr als ausreichend und schont etwas die Akkus vom Blitz, da wir weniger Leistung brauchen), Zeit auf 1/125Sek und Blende auf 6.3 – 8.0 (ausprobieren was ausreicht). Ohne Blitz sollte das Bild nun schwarz sein. Dann stellt ihr in der Kamera noch eine Verzögerung von 2 Sekunden ein. Das gibt dem Gast die Zeit zum Posen und dem Blitz eine kurze zeit zum Aufladen.

Nun setzen wir einfach einen Funkauslöser oder den Trigger / Controller auf die Kamera und verbinden diesen mit der Kamera über das beiliegende Kabel der Auslöser (kleines Kabel mit zwei Kopfhörer-Klinkensteckern). Dann nehmen wir den Blitz, stellen diesen auf ein Stativ und einen Funkauslöser darunter sowie Lichtformer davor. Der Blitz wird erfahrungsgemäß nun mit 1/4 – 1/2 Leistung laufen (ausprobieren) – je nach Entfernungen und Lichtformer. Tipp: In die Anleitung vom Blitz schauen und die Standbyzeit ausschalten, sonst begibt sich der Blitz alle paar Minuten im Stillstand in einen Standby und bedarf euer Eingreifen.

Empfehlenswert ist die Aktivierung des Passwortes, dann kann der Gast nicht aus der Software raus (insbesondere Kinder, die gerne einfach auch mal wild klicken).

Den Blitz stellen wir nun direkt an die Kamera oder leicht daneben – je nach Platz und belieben. Ich würde den Laptop auf die andere Seite neben der Kamera positionieren – dafür eignet sich einfach ein kleinerer Tisch oder Hocker (ggf. wie auf dem Bild etwas fixieren). Anschließend wird die Kamera mit dem Notebook über das USB-Kabel verbunden und zuerst die EOS Utility Software gestartet. Diese ermöglicht, dass die Kamera über den weiteren Funkauslöser ausgelöst werden kann und Bilder an den Laptop übertragen werden. Wir starten hier den Fernauslösemodus bzw. die Kamerasteuerung. Dann können wir dieses Fenster minimieren. Wir starten nun die Freebooth Software. Hier könnt ihr euch in den Einstellungen neben dem Layout auch noch einen Bilderstream einstellen oder die Größe der Thumbnails. Empfehlenswert ist die Aktivierung des Passwortes, dann kann der Gast nicht aus der Software raus (insbesondere Kinder, die gerne einfach auch mal wild klicken). Wenn wir nun die Software starten, werden die Bilder von der Kamera in einen Ordner abgelegt und angezeigt. Der Gast kann sich durch alle Bilder klicken und seine Favoriten markieren und für den Mailversand eintragen. Du brauchst dann nur nach nach der Feier diese Mails mit den einzelnen Bildern über den Mailversand im Menü abschicken. Komfortabler und schöner geht es kaum noch – und das alles ohne einen Cent. Hier kann man Freebooth einfach nur immer wieder loben und empfehlen.

Ich hänge an das Kamerastativ am Ende immer noch ein schön gestaltetes Schild mit einer knappen Anleitung (auch hier kann Pinterest sehr gut helfen) und befestige eine kleine Schachtel, wo der Auslöser dann abgelegt werden kann. Hier hat sich ein fester Ort definitiv bewährt, sonst wurde der Auslöser immer wieder verlegt.

Damit steht das System fast schon. Wenn wir noch einen Hintergrund aufbauen wollen könnten wir dies nun tun oder so direkt loslegen. Nach dem Aufbau empfiehlt es sich, die Kamera einmal zu fokussieren und dann den Bildstabilisator auszuschalten und auf manuellen Fokus umzuschalten. Ebenso wichtig: Mindestens einen Satz Ersatzakkus für Blitz und Kamera dabei haben. In der Regel benötigt ihr pro Abend etwas mehr als einen Satz Akkus am Blitz.

Hintergrund Fotobooth Photobooth Fotobox

Für den Hintergrund verwende ich ein Hintergrundsystem (siehe oben). Dieses benutze ich ebenso für Studiohintergründe und ist bei mir seit Jahren im festen Einsatz. Hier kann man sich nun super austoben. Schaut einfach mal auf Pinterest, was es an Ideen für einen passenden Hintergrund so gibt. Auf dem Bild verwenden wir farbige Krepppapierstreifen in creme (25m) und hellrosa (10m), die wir in Streifen geschnitten und getackert haben – hier braucht ihr nur ca bis Kniehöhe gehen, da wir darunter eh nicht aufnehmen. Darüber liegt ein ca 1,5m breiter und in Streifen geschnittener glänzender Lamettahintergrund von Ebay. Die Buchstaben darüber kann man je nach Anlass einfach selber basteln oder auch fertig kaufen. Insgesamt kostet der Hintergrund ca 10€, wenn man mal von der Lebensinvestition des Hintergrundsystems absieht.

Wer jetzt noch nicht genug vom Basteln hat, kann ja auch aus Pappkartons oder Holz eine Verkleidung für seinen Booth bauen. In meinem Fall war mir dafür immer der Aufwand zu groß und die Vielfältigkeit im Einsatz zu eingeschränkt (man kann dann nichts mehr groß ändern an den Positionen).

Habt ihr alles ungefähr so aufgebaut, erhaltet ihr am Ende solche Bilder. Ich hoffe euer Fotobooth wird auf der nächsten Party ebenso ein riesen Erfolg und ihr könnt euch in Zukunft die 300 Euro pro Abend sparen. Habt ihr noch Fragen? Dann ab in die Kommentare oder schnell eine Mail schreiben!

Fotobooth Hochzeit Wedding Hintergrund BAckground

Viele Grüße
Andreas

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