Reproduzierbarkeit, braucht man das?

In der Regel fotografiere ich bewusst Motive nicht 1:1 noch einmal. Das dürfte für die meisten (Hobby-)Fotografen gelten. Zum einen da ich neue Herausforderungen suche und zum Anderen weil es sich durch immer neue Lichtsituationen auch selten ergibt. Warum es doch wichtig ist, entscheidende Parameter zu dokumentieren, möchte ich heute kurz erläutern.

Wissen, was man tat

Im Normalfall ändern sich die Gegebenheiten, wie Licht, insbesondere im Freien ständig. Genau deshalb ist es wenig sinnvoll sich hinterher in Foren über Exifs auszutauschen. In der Regel bringt einem das sehr wenig. Dennoch gibt es Situationen, wo es entscheidend ist zu wissen, wie Bilder entstanden sind.

Christoph - Charakterportrait mit hochfrontalem Licht

Christoph – Charakterportrait mit hochfrontalem Licht

Ein Beispiel dafür wären Composings. Hier ist es wichtig zu wissen in welcher Perspektive und mit welchen Einstellungen das Bild gemacht wurde. Es ist ratsam zb die entscheidenden Daten über die Exifs auszulesen und fehlende Infos, wie Aufnahmehöhe in den Notizen oder Schlagwörtern festzuhalten.

Gleiches gilt auch z.b. im Studio für Werte und Lichtsetzung. Welcher Lichtformer, wo standen diese und welche Werte wurden verwendet sind wichtig. Damit hat man jederzeit die Chance, Bilder sehr genau noch einmal zu erstellen, aber auch später genau auszuwerten, welches Setup besser war. Dies kann man im Bild, in einer Notiz oder mit Software für Setupplanung machen.

Kohle - Charakterportrait mit Instrument

Kohle – Charakterportrait mit Instrument

In meinem aktuellen Fall, der mich auch zu diesem Beitrag brachte, ging es um Bilder für eine befreundete Band (Formlos). Wir haben im Herbst Fotos für das neue Album erstellt. Einmal Portraits mit hochfrontalem Licht und einmal weichere Bilder mit Instrument. Und wie das so passiert, gab es jetzt einen personellen Wechsel. Basser ist jetzt Drummer und Bassist ist neu besetzt. Das heißt, wir haben von 2 Personen jeweils neue Bilder benötigt die 100% zu den vorhandenen passen müssen. Der Aufwand alle Bilder neu zu machen wäre zu groß und ein organisatorisches Problem.
Genau jetzt hat es sich ausgezahlt, zu den Fotos zu dokumentieren, was ich an Fakten brauchte: 

  • Wie war das jeweilige Lichtsetup
  • Kamerawerte
  • Abstand der Blitze 
  • Werte der Blitze
  • Look in Lightroom und Photoshop 
  • Bildschnitt
  • Brennweite

All diese Dinge könnte ich entweder raussuchen aus Lightroom und Photoshop oder hatte sie notiert bei den Bildern. Nur so war es möglich, die Bilder ohne probieren neu zu erstellen. Eine Sache von 10 Minuten mit diesem Wissen. 

Oft frage ich mich auch, ob die Arbeit wirklich nötig ist. Hier sieht man: absolut 

Es zahlt sich aus und wenn man solche Arbeiten übernimmt, sollte man auch dafür Sorge tragen es reproduzieren zu können und zu wissen was gemacht wurde. Alles andere wäre Glück oder Zufall und ist wenig professionell. 

Daher kann ich jedem nur raten:

Dokumentiere deine Fakten bei wichtigen Bildern, die reproduzierbar sein müssen.

Viele Grüße,
Andreas

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